Die Digitalisierung eröffnet spannende Möglichkeiten, Energie effizienter zu nutzen – sei es in der Produktion oder in Gebäuden. Unsere Roadshow in Mainz beleuchtete an zwei Tagen unterschiedliche Schwerpunkte, um Unternehmen und Fachleuten praktische Ansätze und innovative Lösungen näherzubringen.
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Video: KEDi Roadshow 2026 in Mainz Graphrs GmbH
Vielen Dank an alle Teilnehmenden, Referierenden und Ausstellenden der KEDi Roadshow! Mit einer Mischung aus inspirierenden Impulsvorträgen, praxisnahen Workshops und lebhaften Diskussionen wurde die Veranstaltung zu einem vollen Erfolg.
Am ersten Tag der Roadshow drehte sich alles um Energieeffizienz durch Digitalisierung im Gebäudesektor, sowohl für mehrgeschossige Wohngebäude sowie für kommunale Nichtwohngebäude. Dafür konnten sich die Teilnehmenden in parallelen Sessions aufteilen und in speziellen Impulsen und in einem anschließenden Praxistalk vertiefend austauschen.
Eines wurde dabei deutlich: Digitalisierung ist ein notwendiges Mittel zur Erreichung der Klimaziele des Gebäudesektors. Highlight des Tages war der “My Community Talks”: Per QR-Code konnten die Teilnehmenden einen kleinen Fragenkatalog beantworten und wurden je nach ihren Antworten mit einem “Gegenpart” gematcht.
Vorstellung der dena-Projekte zur Erreichung der THG-Ziele und Senkung der Emissionen
Vorstellung der Mehrwerte durch Heizungsmonitoring & -optimierung
Neue Angebote des KEDis stehen in den Startlöchern: Digitalisierungsstrategien für die Wohnungswirtschaft & ein Leitfaden für Energie- und Anlagenmonitoring in Kommunen
Digitaler Heizungskeller – das Gebäude neu denken: Technik, Digitalisierung und Klimaschutz Benjamin Hanne | Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft e.V.
Warum gehören Klimaschutz und Digitalisierung zusammen? Und wie ist die Ausgangssituationen bei beiden Themen in der Wohnungswirtschaft?
Bedeutsamkeit der Zusammenarbeit von ERP- und DMS-System sowie die Verknüpfung mit der digitalen Gebäudeinfrastruktur
Verbrauchs-, Gebäudebetriebsdaten und weitere Daten zielgerichtet den verschiedenen Stakeholdern nutzbar machen
Wie innovative Projekte leichter gelingen Nicolas Mück | hubitation
Die Nutzbarmachung von innovativen Ökosystemen für die sozialorientierte Wohnungswirtschaft durch hubitation
Warum innovative Projekte scheitern und wie die richtigen Fragen bei der erfolgreichen Umsetzung solcher Projekte helfen (downloadbare Digitalisierungscheckliste)
Kommunale Gebäude strategisch entwickeln: Sanierungsplanung, Energiemanagement und Energiecontrolling Alexander Kuhn | Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
Vorteile von Energiemanagement und –controlling für Kommunen
Beispiele aus der Praxis: mit einfachen Maßnahmen lassen sich hohe Einsparungen erzielen
Daten können auch für Sanierungsplanung genutzt werden – diese Planung ist notwendig für den dekarbonisierten Gebäudebestand
Von der Datenerhebung zur Sanierungsentscheidung - Wie mit Thermografie, KI und individuellen Energieberichten die kommunale Wärmewende unterstützt werden kann Simon Gans | MVV Regioplan GmbH
Flächendeckende Wärmebilderfassung in Kommunen
Erstellung individueller Energieberichte für interessierte Eigentümerinnen und Eigentümer
Kopplung mit Wärmeplanung und Priorisierung von Maßnahmen
Praxistalk | Mit Gebäudedigitalisierung zu mehr Energieeffizienz Wir kommen mit Kommunen über umgesetzte und geplante Digitalisierungsmaßnahmen in ihrem Gebäudebestand ins Gespräch. Michael Börner | Stadt Alzey Karl-Heinz Schweidler | Verbandsgemeinde Daun Thilo Walet | Verbandsgemeinde Montabaur
Positive Erfahrung mit Monitoring in den drei Kommunen: Es gab Herausforderungen auf dem Weg, aber die Mehrwerte sind deutlich
Hilfreich ist ein Start mit Pilotgebäuden und der schrittweise Rollout über den Bestand
Akzeptanz der Nutzenden ist entscheidend: Positive Kommunikation durch Führungspersonen, Dialog mit den Beteiligten und technische Lösungen
Annike Abromeit | EEBus Initiative e.V. | Vortrag: Vom Einzelprojekt zum Rollout Yüksel Sirmasac | ROCKETHOME GmbH | Vortrag: Das KI Betriebssystem für Immobilien Dr. David Nestle | Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE | Vortrag: Energiemanagement Christian Wollbaum | Zukunft der Energieversorgung (dena)
Energiemanagement-Systeme (EMS) sind in Ein- und Zweifamilienhäusern bereits weit verbreitet, doch auch in Mehrgeschosswohngebäuden findet eine deutliche Entwicklung statt
Auf den ersten Blick gibt es Interessenskonflikte zwischen Nutzenden und Investor, doch hier haben Anbieter bereits passende Lösungen, von denen unter dem Strich alle profitieren
Die Interoperabilität der energietechnischen Anlagen mit dem (H)EMS ist eine dringende Notwendigkeit, weswegen bei der Planung auf deren Datenschnittstellen geachtet werden muss
Bereits ab zwei flexiblen Energieanlagen ist ein (H)EMS sinnvoll
Der Einsatz von HEMS spart Energie, Emissionen und damit auch Kosten – diese Wirkung kann sich bis auf die Verteil- und Übertragungsnetze ausdehnen
Workshop | Akzeptanz ist kein Zufall – Erfahrungen, Stolpersteine, Erfolgsfaktoren Steve Hammer | KEDi
Die Einführung digitaler Effizienzmaßnahmen muss kommunikativ begleitet werden – nur durch die Sicherstellung von Akzeptanz bei Mitarbeitenden und Mietenden können bestmögliche Ergebnisse erzielt werden
Maßnahmenkommunikation muss niedrigschwellig und leicht verständlich erfolgen. Bilder und Videos werden eher angenommen als lange Texte
Fehler passieren! Durch eine empathische und lösungsorientierte Krisenkommunikation können Projekte auch nachträglich zum Erfolg werden
Planspiel | Mit innovativen Geschäftsmodellen zum passenden Anbieter Lara Kläffling | KEDi
Die Teilnehmenden wurden spielerisch in die Logik von innovativen Geschäftsmodellen eingeführt, indem sie in fiktiven Cases Wohnungsunternehmen bei der Auswahl eines passenden Anbieters für Heizungsmonitoring unterstützen
Workshop | Von Monitoring bis zum digitalen Zwilling: Wie finde ich die richtige Digitalisierungsstrategie? Dr. Tobias Kropp | OnSite Solutions GmbH Maximilian Liebich | KEDi
Der zweite Tag der Roadshow stand im Zeichen der Energieeffizienz für Industrie-KMU mit einer bewährten Mischung aus Vorträgen, Workshops und einem Praxistalk – dazu eine große Begleitausstellung mit interessanten Startups und etablierten Institutionen. Einmal mehr wurde an dem Tag deutlich: es braucht gute Umsetzungsbeispiele aus der Praxis, um andere Unternehmen zu inspirieren. Eine weitere Erkenntnis: Energieeffizienzmaßnahmen müssen nicht zwangsläufig mit hohen Investitionen einhergehen – gute Beratung findet Stellschrauben wie z.B. ein geringeres Druckluftvolumen, den Eco-Modus von Anlagen oder eine kommunikative Steuerung zwischen Klimaanlage und Heizung.
Ebenso wichtig für den Erfolg von Energieeffizienz- und Digitalisierungsmaßnahmen ist eine gute Kommunikation, zwischen Anlagen und zwischen den beteiligten Personen. Das Highlight des Tages war der Escape Room Cybersicherheit, indem auf spielerische Weise das Bewusstsein geschärft wurde für verschiedene Angriffswege in der digitalen vernetzten Welt.
Sichtbarmachung und Dokumentation von betrieblichem Wissen, z.B. zum Maschinenverhalten, als Grundlage für die Digitalisierung von Wissen → Wissen wird übertragbar
Einführung in semantische Technologien am Beispiel der Energiedatenerfassung
Daten allein sind nicht ausreichend, erst mit Kontext entstehen nutzbare Informationen
Vorstellung verschiedener Ansätze zur Wissenssicherung
Thementisch 1 | Daten als Fundament industrieller KI-Anwendungen Dr. Maximilian Lowin | BrAIniacs GmbH
Leitfrage: “Wie bereit sind Ihre Daten für KI?”
Skala: keine Daten, Daten teilweise verfügbar (verteilt), Daten zentral vorhanden, erste Anwendungsfälle (EMS), erste KI-Projekte, vollständig KI
Sehr heterogene Datenlage mit den ersten KI-Projekten eher in dem Forschungsbereich
Herausforderungen:
Granularität der Daten: fehlende Datenqualität
Was mache ich mit den Daten? Auch wenn Unternehmen viele Daten haben, wissen sie oft nicht, was sie damit machen sollen
Fehlende Informationen zu den Maschinen- oder Produktionsdaten: Die Datenanalyse und –Interpretation hängt stark von dem Wissen einzelner Personen im Betrieb ab
Stelle ich den richtigen Prompt für Energieeffizienz? KI-Expertinnen & -Experten sollen auch das technische Verständnis von Produktion haben, um die Abfragen richtig schreiben zu können
Thementisch 2 | Wie Hochtemperaturwärmespeicher die Energieeffizienz in der Industrie steigern können Michel Textor | Powerlith GmbH
Zu Beginn wurde ein Überblick gegeben - Aufzeigen von Investitionsmöglichkeiten bzw. “Opportunities”
Vorgestellter Hochtemperaturspeicher ist ein Pilot, derzeit noch nicht skaliert
Hochtemperaturspeicher komplementär zur Hochtemperatur-Wärmepumpe (‘wir wollen Hochtemperatur-Wärmepumpe keine Konkurrenz machen’), d.h. Einsatz ab 150 °C aufwärts bis etwa 1200 °C
Ergebnisse bzw. Diskussionsgegenstände:
Zweck und Sinn der Rückverstromung
Wirtschaftlichkeit (Gestehungskosten, Vergleich mit Batteriespeicher, Kosten der einzelnen Speicherbestandteile, Kosten senken durch eine “atypische Netznutzung” durch Vertrag mit Verteilnetzbetreiber)
Thementisch 3 | EMS im Gewerbepark: Herausforderungen und Lösungen Dr. Christine Lenz | House of Energy Leon Klinar | TU Darmstadt
beide arbeiten in dem Projekt GEMS des House of Energy. Der aktuelle Stand des Projekts wurde vorgestellt. Im Anschluss gab es mehrere Fragen zu den einzelnen Gewerbegebieten.
Die größte Herausforderung bei der Einführung der EMS waren nicht technisch, sondern kommunikativ
Ein Anwendungsfall:
Untersuchung von unterschiedlichen Geschäftsmodellen
Nutzen von Flexibilitäten (Netzdienliches Verhalten)
Zum Untersuchen der Geschäftsmodelle wurden Simulationen erstellt. Diese waren abhängig von der Regulatorik in den jeweiligen Ländern
Trotzdem können die Modelle auf unterschiedliche Gewerbegebiete angewendet werden
Allgemeine Information zum Werksgelände von Werner & Mertz:
Ca. 900 Mitarbeitende sind hier beschäftigt
Es befindet sich eine eigene Ausbildungswerkstatt auf dem Gelände.
Der Standort ist EMAS-validiert und besitzt ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001.
Im Werk sind über 300 Energiezähler installiert durch die eine Live-Daten Erfassung und Lastgangüberwachung möglich ist.
Es sind über 90 Ladestationen installiert, an denen die Mitarbeitenden kostenfrei ihre E-Autos laden können.
Werksführung auf dem Gelände
Station 1: Gebäude der Hauptverwaltung, das mit LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) Platin zertifiziert ist. Dazu gehören: 16 Klein-Windanalagen und eine PV-Anlage mit 44 kWp versorgen Gebäude vollständig mit Strom. Die Gebäudeheizung und -Kühlung wird über eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe mit bodennaher Geothermie gewährleistet.
Station 2: Zentrale zur Abwasserbehandlung. Die Produktion benötigt große Mengen an Wasser. Das anfallende Abwasser wird daher noch auf dem Werksgelände in mehreren Prozessschritten aufgereinigt und wieder in den Kreislauf zurückgeführt. Der entstehende Filterkuchen wird an eine externe Firma gegeben und in der Ziegelherstellung genutzt und so ebenfalls weiterverabeitet.
Station 3: Werkshalle inklusive automatisierter Produktion, ausgestattet mit PV-Anlage (99,99 kWp) und Wärmerückgewinnungsanlage für Warmwasser-Bereitstellung.
Herstellung der Kunststoffbehälter aus Post-Consumer-Rezyklat. Das produzierende externe Unternehmen ist ebenfalls in der Werkshalle angesiedelt. Das erhöht nicht nur die Effizienz sondern reduziert auch die Emissionen durch wegfallende Lieferfahrten.
Über Förderbänder werden die Kunststoffbehälter direkt in die eigene Produktionsreihe überführt.
In mehreren Prozessschritten erfolgt ein automatisches Sortieren, Befüllen und Verpacken der Produkte, die wiederum über Förderbänder in das Großraumlage übergeben werden.
Über große Monitore können die Mitarbeitenden auf Dashboards jederzeit den Status der Produktion überprüfen.
Fortbildungsanerkennung für Energieeffizienz-Expertinnen & Experten
Sie können sich die Teilnahme an der KEDi Roadshow als Fortbildung anerkennen lassen!