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Automatisierter hydraulischer Abgleich: Effizienz steigern

Stand: September 2026

Ein hydraulischer Abgleich optimiert Ihre Heizungsanlage, spart bis zu 15 Prozent Energie und erhöht den Komfort. Erfahren Sie, wie Sie durch präzise Einstellung der Heizwasserdurchflüsse nachhaltig Heizkosten senken und die Lebensdauer Ihrer Anlage verlängern. Ein einfacher Schritt mit großer Wirkung für Ihre Energieeffizienz.
 

Was ist ein hydraulischer Abgleich?

Links: Hydraulisch nicht abgeglichenes System. Rechts: Hydraulisch abgeglichenes System.

Bei wassergeführten Heizungssystemen sorgt ein hydraulischer Abgleich dafür, dass die Heizwasserdurchflüsse durch die einzelnen Verbraucher (Heizkörper) bedarfsgerecht eingestellt werden, um alle Räume gleichzeitig aufzuwärmen. Oft ist das nicht der Fall. 

Ohne hydraulischen Abgleich erhalten Heizkörper am Ende des Heizstrangs zu wenig Heizwasser und liefern somit unzureichende Heizleistung. Gleichzeitig werden Heizkörper in der Nähe des Wärmeerzeugers oder der Zirkulationspumpe überversorgt und überhitzen. Der hydraulische Abgleich sorgt für eine bedarfsgerechte Verteilung des Heizwassers, sodass jeder Heizkörper den rechnerisch ermittelten Durchfluss erhält – weder zu viel noch zu wenig.

Durch die bedarfsgerechte Verteilung des Heizwasserdurchflusses und die korrekte Abstimmung aller Durchlaufventile kann in der Regel z.B. die Vorlauftemperatur des den Heizkörpern zuströmenden Wassers abgesenkt werden – damit lässt sich der Energieverbrauch in der Heizungsanlage um bis zu 15 Prozent reduzieren.

In der Praxis ist die Vorlauftemperatur aufgrund des fehlenden hydraulischen Abgleichs oft zu hoch eingestellt, was eine energetische Verschwendung oder einen ineffizienten Anlagenbetrieb bedeutet. Ein hydraulischer Abgleich der Zirkulation im gesamten Heizwasserkreis reduziert unnötige Belastungen wie etwa des Brenners, der Heizungspumpe und der Rohrleitungen. Das erhöht die Lebensdauer der Heizungsanlage. 

Neben dem manuellen hydraulischen Abgleich gibt es Heizungsregelungs-Systeme, die einen automatisierten hydraulischen Abgleich realisieren können.

Wie wird ein hydraulischer Abgleich durchgeführt?

Der hydraulische Abgleich beginnt mit einer Bestandaufnahme der Heizungsanlage, gefolgt von der Heizlastberechnung nach Verfahren A (Näherungsverfahren basierend auf Baualtersklasse und Quadratmeterzahl) oder Verfahren B (raumweise Berechnung für Gebäude ab sechs Wohneinheiten, präziser und unter Einbezug anlagenspezifischer Eigenschaften).

Anschließend wird die erforderliche Heizwassermenge pro Heizfläche bestimmt, die Heizungsumwälzpumpe optimiert und die Heizkurve angepasst. Die Durchflüsse an den Thermostatventilen werden statisch (feste Voreinstellung für Volllast) oder dynamisch (selbstregulierende Ventile mit Anpassung an Differenzdruck oder Temperatur) eingestellt.

Während der statische Abgleich gesetzlich vorgeschrieben ist, bietet der dynamische Abgleich höhere Effizienz und ist förderfähig, aber nicht verpflichtend. Zusätzlich besteht die Option, den Abgleich automatisiert durchzuführen.



Automatisierter hydraulischer Abgleich

Zusätzlich zu den genannten Methoden besteht die Möglichkeit, den hydraulischen Abgleich automatisiert durchzuführen. § 60c GModG erlaubt gleichwertige Verfahren zum hydraulischen Abgleich, wenn diese zertifiziert sind. Es muss sichergestellt sein, dass die Qualität dieser Verfahren der ZVSHK-VdZ-VDMA-Fachregel entsprechen.

Durch den Einsatz von automatischen Regelventilen und einer smarten Steuerung werden die Systemzustände betriebsbegleitend kontinuierlich erfasst. Das System passt sich intelligent an wechselnde Bedingungen an. Bei einem automatisierten hydraulischen Abgleich (auch adaptiver oder selbstlernender Abgleich) übernimmt intelligente Technologie die Optimierung, während der manuelle Aufwand deutlich reduziert wird.

Automatisierte Systeme werten die aktuelle Raumtemperatur und das Aufheizverhalten des Raumes aus. Die intelligenten Algorithmen bzw. eine zentrale Steuerung optimieren die Durchflussmengen (z. B. durch eine Hubbegrenzung) in Echtzeit, passen sie an die jeweiligen Bedingungen an und ermöglichen auf diese Weise den hydraulischen Abgleich.

Einige Systeme kommunizieren mit dem Wärmeerzeuger und gleichen die Vorlauftemperatur und die Heizkurve des Wärmeerzeugers kontinuierlich ab.

Typische Komponenten (je nach System) sind:

  • Smarte Heizkörperthermostate: kommunizieren mit der Regelung oder regeln selbstständig mittels intelligenter Algorithmen
  • Smarte Steuerungsgeräte: koordinieren verschiedene/weitere Komponenten im Heizungssystem
  • Durchflussmengenregler: regeln den Volumenstrom zu jedem Heizkörper (für komplexere Systeme)
  • Differenzdruckregler: halten den Druck in Teilkreisen konstant (für komplexere Systeme)

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Die verschiedenen Systeme im Überblick



Welche gesetzlichen Rahmenbedingungen gelten?

Die Erfüllung des § 60c GModG beinhaltet mindestens folgende Planungs- und Umsetzungsleistungen:

  • Raumweise Heizlastberechnung
  • Prüfung und Optimierung der Heizflächen auf eine niedrige Vorlauftemperatur
  • Anpassung der Vorlauftemperaturregelung

Die Durchführung ist nach Maßgabe des Verfahren B nach der Fachregel Optimierung von Heizungsanlagen im Bestand des VdZ durchzuführen (Abs 3, § 60c GModG).

Automatisierte hydraulische Abgleichsverfahren werden zwar nicht explizit in Förderrichtlinien oder Gesetzen genannt, sind jedoch förderfähig, sofern sie die Gleichwertigkeit mit Verfahren B nachweisen. Das BAFA hat hierzu eine Checkliste veröffentlicht, die die Anforderungen an Zertifizierung und Verfahren definiert. Die Gleichwertigkeit muss von einer unabhängigen Prüfstelle bestätigt werden.

Zukünftig könnte die Norm DIN 94679, Teil 4 (Stand: Entwurf März 2023) weitere Klarheit zur Gleichwertigkeit alternativer Verfahren schaffen.

FAQ zum hydraulischen Abgleich

Kontakt

Porträt von Maximilian Liebich vor einem neutralen Hintergrund.

Maximilian Liebich

KEDi Experte Energieeffizienz Digitalisierung - Konzeption & Transfer

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