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Mit flexibler Hallenheizung zu mehr Energie- und Kosteneffizienz

Stand: Juni 2026

Als die Kanter & Schlosser Metall-Gesellschaft mbH Trier 2021 beschloss, eine neue Werkhalle zu errichten, wollte sie Energieeffizienz von Anfang an in die Planungen einbeziehen. Im Fokus stand die Wärmeversorgung der Halle. Statt auf konventionelle Lösungen zu setzen, entschied sich das Unternehmen für ein innovatives Heizsystem und digitale Steuerungstechnik. Das Ergebnis: flexibel steuerbare Lasten und ca. 60 Prozent weniger Energieverbrauch trotz rund 700 m² Flächenzuwachs im Vergleich zum alten Standort.

Neubau mit großen Zielen

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Video: KEDi Showcase | Industrie – Mit flexibler Hallenheizung zu mehr Energie- und Kosteneffizienz

Die Kanter & Schlosser Metall-Gesellschaft mbH ist in Trier an der Mosel verwurzelt und mittlerweile in der zweiten Generation geführt. Was mit fünf Mitarbeitenden im Jahr 1995 begann, ist heute ein erfolgreiches Familienunternehmen mit rund 40 Mitarbeitenden und Auszubildenden. Laserschneiden, Stanzen und Pulverbeschichtungen sind nur einige Angebote ihrer Qualitätsarbeit. Seit mehr als 30 Jahren beliefert das Unternehmen Kunden aus der Region Trier und Luxemburg, aber auch darüber hinaus.

Ende der 2010-er Jahre zeichnete sich ab, dass die angemieteten Betriebsflächen der stetig wachsenden Produktion nicht mehr genügten. Mit der Entscheidung für den Neubau einer Werkhalle im Jahr 2021 verfolgte das Unternehmen gleich zwei Ziele: die Vergrößerung des Maschinenparks sowie die nachhaltige und zukunftsorientierte Ausrichtung des Unternehmens.

Auf Grundlage einer intensiven Analyse der größten Energieverbräuche entstand eine ganzheitliche Energiestrategie, in der auch das Gebäude selbst eine zentrale Rolle spielt. Die Planung wurde nach aktuellen Standards (DIN V 18599) durchgeführt. Ergänzt wurde das Konzept durch:

  • Einführung einer Energiemanagement-Software
  • eine Photovoltaik-Anlage auf dem Gebäudedach mit einer Gesamtleistung von ca. 254 kWp
  • eine effizientere Laserschneidanlage
  • eine Stickstoff-Eigenerzeugungsanlage
  • einen elektrifizierten Fuhrpark mit 13 Ladesäulen

(Mut zu) Daten-Transparenz zahlt sich aus

Einfach, transparent & jederzeit verfügbar: Mit dem Smartphone kann man die Energieverbräuche sehen und steuern.

Für Geschäftsführer Christoph Rotsch ist die zentrale Energiemanagement-Software ein wesentlicher Erfolgsfaktor: Statt den Gesamtenergieverbrauch lediglich einmal jährlich auszuwerten, kann er heute jederzeit per Smartphone auf alle relevanten Energiedaten zugreifen. Die neue Software schafft Transparenz bis auf Anlagenebene und macht Energieverbräuche nachvollziehbar.

Entscheidungen, die früher auf Schätzungen beruhten, können heute auf Basis aktueller Daten getroffen werden. Auch das Laden der Elektroflotte kann Christoph Rotsch aktiv steuern – immer angepasst an die Eigenerzeugung der PV-Anlage.

"Früher habe ich einmal im Jahr den Gesamtverbrauch gesehen, heute prüfe ich mindestens einmal täglich den Status unserer Anlagen, die Erzeugung der PV-Anlage und den Ladezustand meines Elektroautos."

Christoph Rotsch, Geschäftsführer Kanter & Schlosser Metall-Gesellschaft mbH Trier
Knapp die Hälfte des Stromverbrauchs wird über die neue PV-Anlage gedeckt.

Die neuen Möglichkeiten rund um die Energiemanagement-Software sind für Christoph Rotsch und Otmar Horst , Leiter der Produktion, vor allem auch wirtschaftlich zur tragenden Säule geworden. Denn für den Netzanschluss am neuen Standort musste eine neue Transformatorstation errichtet werden – eine Investition im sechsstelligen Bereich, für die das Unternehmen selbst aufkommen musste.

Gleichzeitig war eine Mitnahme des bestehenden Lieferantenvertrags nicht möglich. Erschwerend kam hinzu, dass im Zuge der Energiekrise die Stromkosten für Neukunden auf nahezu das Vierfache stiegen.

Mit der neuen PV-Anlage können Die Kanter & Schlosser nahezu die Hälfte ihres Stromverbrauchs decken. Dennoch bleibt ein zusätzlicher Netzbezug erforderlich. Ein Vorteil ergibt sich durch die neuen Anlagen und die Energiemanagement-Software: flexibel-steuerbare Lasten. 

Daher hat sich die Geschäftsführung bewusst gegen einen klassischen Stromvertrag entschieden und nimmt stattdessen aktiv am Spot-Markt der Strombörse teil. Eine Entscheidung, die sich laut Christoph Rotsch auch wirtschaftlich trägt: Im Jahresdurchschnitt liegt der Preis bei 24 bis 28 Cent pro Kilowattstunde und damit deutlich unter dem Angebot des Stromanbieters.

Kostengünstige Hallenheizung - Suche nach dem letzten Puzzlestück

Eine der größeren Herausforderungen stellte die Wärmeversorgung dar. Für die Büroräume inklusive Sanitäreinrichtungen war mit einer Wärmepumpe schnell eine gute Lösung gefunden.

Kopfzerbrechen bereitet jedoch die Werkhalle. Die Erfahrungen am alten Standort zeigten, dass eine Umluft-Gasheizung nicht energieeffizient ist. Um die gesamte Halle zu erwärmen, ist sehr viel Energie nötig, während durch den Lieferantenverkehr beim ständigen Öffnen der Hallentore große Mengen Wärme verloren gehen. Eine Wärmepumpe hätte zwar die Energiebeschaffungskosten gesenkt, die Wärmeverluste wären jedoch gleichgeblieben. Hinzu kommt die Gefahr der Beschädigung der nötigen Fußbodenheizung bei der Verankerung neuer Maschinen im Hallenboden.

Mit den Multi-Energie-IR-Heizstrahlern kann die Werkhalle flexibel und bedarfsgerecht beheizt werden.

Dieser Herausforderung begegnet Thomas Kübler, Geschäftsführer der Kübler GmbH, bereits seit mehr als 35 Jahren. Er fand eine Lösung: dezentrale Infrarot-Hallenheizungen. Die Systeme übertragen Energie direkt per Wärmestrahlung flexibel steuerbar und punktuell dort, wo sie gebraucht wird.

Die Kübler GmbH stand zu diesem Zeitpunkt kurz vor dem Marktgang einer völlig neuen Heizungstechnologie, um den Weg in eine emissionsarme Zukunft zu ebnen. Sie hatte mit dem Multi-Energie-Infrarotsystem eine neue Technik entwickelt, die mit Strom z. B. aus regenerativen Quellen betrieben werden kann, aber auch mit Wasserstoff, Gas oder alternativen biogenen Gasen – im Monobetrieb oder als Energiemix.

Installierte Lösung

  • Multi-Energie-IR-Heizstrahler FUTURA (Fair.AIdH-Technik)
  • 13 Module mit installierter Gesamtleistung von 130 kW (gas/ elektrisch)
  • CELESTRA Steuerung inkl. Wärme Management System
  • Förderfähig EEW – Modul 3, Zuschuss hier: 21.000 €

Mit Flexibilität zu mehr Wirtschaftlichkeit

Überzeugt von dieser Lösung entschieden sich Christoph Rotsch und Otmar Horst für das multivalente Infrarotsystem aus dem Haus Kübler. Schon im ersten Winter erwies sich diese Entscheidung als richtig: Der Anschluss ans öffentliche Gasnetz konnte nicht rechtzeitig realisiert werden. So musste die erste Heizperiode allein mit Strom geheizt werden.

Eingebunden in die neue Energiemanagement-Software kann das System an den Schichtbetrieb angepasst werden. Bereiche der Halle, in denen gerade nicht gearbeitet wird, können flexibel zu- und abgeschaltet werden.

Thomas Kübler steht in einer Produktionshalle.

"Warum sollte die gesamte Halle beheizt werden, wenn nur in einem Bereich gearbeitet wird. Zuhause wasche ich meine Hände auch nicht in einer vollen Badewanne. Die effizienteste Heizung ist die, die nicht läuft."

Thomas Kübler, Geschäftsführer Kübler GmbH


Die intelligente Steuerung trägt dazu bei, die Kosten und Emissionen der Kanter & Schlosser noch weiter zu reduzieren. Die KI-gestützte Software analysiert kontinuierlich Verfügbarkeit und Kosten der hinterlegten Energieträger und entscheidet automatisch, mit welchem Medium geheizt werden soll. Die Ergebnisse im Vergleich zum alten Standort sind beeindruckend.

Für Die Kanter & Schlosser erwies sich das multivalente Heizsystem als ideale Lösung. Besonders in Kombination mit PV-Anlage und gut gedämmter Halle bieten sich Christoph Rotsch völlig neue Möglichkeiten der Flexibilität: Statt den überschüssigen Solarstrom an sonnigen Winterwochenenden günstig zu verkaufen, wird die Raumtemperatur der Werkshalle gezielt angehoben. Bis zum Schichtbeginn herrscht eine angenehme Temperatur – emissionsarm und kosteneffizient.

Eine lohnenswerte Investition

Die Gesamtkosten für das Heizsystem beliefen sich für Die Kanter & Schlosser auf ca. 150.000 Euro (abzüglich Fördermittel). Je nach Entwicklung der Energiekosten erwartet Christoph Rotsch eine Amortisation innerhalb von drei bis acht Jahren. Für die Zukunft plant er bereits die nächsten Schritte: Um die Flexibilität weiter zu erhöhen, soll ein Gewerbespeicher integriert werden.

Christoph Rotsch zieht ein positives Fazit: „Wir sind stolz auf das, was wir hier in den vergangenen Jahren erreicht haben, und auf die Potenziale, die wir damit wecken konnten.“

Kontakt

Christoph Rotsch

Die Kanter & Schlosser Metall-Gesellschaft mbH Kaufmännischer Geschäftsführer

Laurenz Buchholz

KEDi Experte Industrie

Thomas Kübler steht im Anzug in einer Produktionshalle.

Thomas Kübler

KÜBLER GmbH Energiesparende Hallenheizungen Gründer und Gesellschafter

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