IPT Pergande: Abwärme intelligent nutzen & Erdgasverbrauch in der Wirbelschichtgranulation halbieren
Stand: Juli 2026Innovative Energierückgewinnung senkt CO₂-Emissionen und steigert Wirtschaftlichkeit
Die IPT Pergande GmbH zeigt, wie sich durch die intelligente Nutzung von Abwärme aus der Drucklufterzeugung Energieverbrauch und CO₂-Emissionen in der Wirbelschichtgranulation signifikant reduzieren lassen. Mit einem innovativen Energiekonzept werden kontinuierlich bis zu 400 kW Abwärme für die Vorwärmung der Prozessluft genutzt. Das Ergebnis: eine Reduzierung des Erdgasverbrauchs um bis zu 50 Prozent – ein wichtiger Schritt hin zu mehr Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz.
Jahrzehntelange Expertise in Service für Chemische- und Prozessindustrie
Die IPT Pergande GmbH ist Teil der Pergande Gruppe mit Sitz in Weißandt-Gölzau in Sachsen-Anhalt mit rund 250 Mitarbeitenden und jahrzehntelanger Erfahrung in der Lohnfertigung für die Chemische- und Prozessindustrie. Zu den Kernkompetenzen zählen die Formulierung und Konfektionierung von Spezialchemikalien.
Im Zentrum der Produktion steht die Wirbelschichtgranulation – ein hochkomplexer und energieintensiver Prozess. Dabei werden Feststoffpartikel durch einen Luftstrom in Schwebe gehalten und gleichzeitig mit einer Suspension besprüht. Für diesen Prozess werden große Mengen Prozessluft, elektrische Energie und Wärme benötigt, die bislang überwiegend durch Erdgas bereitgestellt wurden.
Hoher Energiebedarf als Ausgangspunkt
Am Standort Weißandt-Gölzau betreibt die Pergande Gruppe insgesamt zehn Produktionslinien. Die größte Anlage, die 2022 in Betrieb genommen wurde, verarbeitet bis zu 28 Tonnen Produkt pro Tag und benötigt:
- 30.000 m³ Prozessluft pro Stunde
- 800 kW thermische Leistung
- 4 Millionen kWh Erdgas pro Jahr
- rund 800 Tonnen CO₂-Emissionen jährlich
Auch die Druckluftversorgung ist energieintensiv: Rund 1.300 kW elektrische Leistung werden für die Kompressoren benötigt. Mehr als 90 Prozent dieser Energie fallen als Abwärme an und mussten bislang über Rückkühlsysteme ungenutzt abgeführt werden.
Steigende Energiekosten und wachsende Anforderungen an die CO₂-Reduktion machten deutlich: Dieses Potenzial musste erschlossen werden.
Schritt für Schritt zur effizienten Abwärmenutzung
Deutliche Einsparungen mit messbarem Effekt
Die Ergebnisse sprechen für sich:
- 50 Prozent weniger Erdgasverbrauch
Durch die Nutzung von 400 kW Abwärme aus der Druckluftversorgung kann die Hälfte des Wärmebedarfs der Granulationsanlage gedeckt werden. Der Erdgasbedarf für die Prozessluftvorwärmung sinkt dadurch von 800 kW auf 400 kW. - Signifikante CO₂-Reduktion
Die Einsparung fossiler Energieträger reduziert die direkten CO₂-Emissionen deutlich und verbessert die Umweltbilanz nachhaltig. - Höhere Ressourceneffizienz
Energie, die bislang ungenutzt an die Umgebung abgegeben wurde, wird heute produktiv in den Prozess zurückgeführt. - Verbesserte Wirtschaftlichkeit
Die geringere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduziert langfristig die Betriebskosten und erhöht die Wettbewerbsfähigkeit. - Hohe Versorgungssicherheit
Durch die Kombination aus Abwärmenutzung und konventioneller Wärmeversorgung bleibt die Prozessstabilität jederzeit gewährleistet.
Ausbau bereits geplant
Mit der Inbetriebnahme einer weiteren Produktionsanlage wird die nutzbare Abwärmeleistung künftig auf bis zu 600 kW steigen. Gleichzeitig erhöht sich die Auslastung des Systems, da die verfügbare Wärme flexibel auf mehrere Verbraucher verteilt werden kann.
Darüber hinaus arbeitet Pergande gemeinsam mit Forschungspartnern an einem digitalen Zwilling des Standorts. Mithilfe dieses Simulationswerkzeugs sollen Stoff- und Energieflüsse künftig ganzheitlich analysiert und weitere Effizienzpotenziale identifiziert werden.
Nachhaltige Produktion als Zukunftsmodell
Die Integration von Druckluftabwärme in die Wirbelschichtgranulation zeigt eindrucksvoll, wie vorhandene Energiequellen intelligent genutzt werden können. Durch die Verknüpfung von Druckluftversorgung, Wärmespeicherung und Prozessluftvorwärmung konnte Pergande den Energiebedarf deutlich senken und gleichzeitig die CO₂-Bilanz nachhaltig verbessern.
Langfristig entsteht so ein flexibles industrielles Abwärmenetz, das interne und perspektivisch auch externe Wärmequellen einbindet – ein wichtiger Baustein für eine ressourcenschonende, wirtschaftliche und klimafreundliche Produktion.
Kontakt
Sascha Thomas
IPT-Pergande Gesellschaft für Innovative Particle Technology mbH Abteilungsleitung Sicherheit und Betreuung Produktionsanlagen