Softwaregestütztes Energiedatenmanagement
Stand: Oktober 2025Die Grundlage für nachhaltige Energieeffizienz in der Industrie
Ein strukturiertes Energiemanagement-System (EMS) bietet Unternehmen, insbesondere kleinen und mittleren Betrieben (KMU), zahlreiche Vorteile. Es hilft, Energieverbräuche zu senken, Kosten zu reduzieren und die Umweltauswirkungen nachhaltig zu minimieren.
Darüber hinaus wird das Thema Energiemanagement zunehmend zur gesetzlichen Pflicht: Nach dem Energieeffizienzgesetz (EnEfG) sind Unternehmen mit einem jährlichen Endenergieverbrauch von mehr als 7,5 GWh verpflichtet, ein Energiemanagementsystem einzuführen.
Auch für Unternehmen unterhalb dieser Schwelle lohnt sich der Aufbau eines EMS, denn Effizienzgewinne und Kostenvorteile entstehen unabhängig von gesetzlichen Vorgaben.
Ein EMS ist heute ein zentrales Instrument für nachhaltige Energieeffizienz in Industrie und Gewerbe. Es ermöglicht, den Energieverbrauch ganzheitlich zu erfassen, zu analysieren und gezielte Maßnahmen zur Verbesserung umzusetzen. In Deutschland profitieren Unternehmen zusätzlich von Förderprogrammen der BAFA und KfW für EMS-Software.
Was ist ein Energiemanagement-System (EMS)?
Ein EMS ist ein Managementsystem, das Prozesse, Rollen und Ziele strukturiert und damit einen systematischen Rahmen setzt. Es umfasst alle strategischen, organisatorischen und technischen Maßnahmen, damit Unternehmen ihren Energieeinsatz kontinuierlich verbessern.
Unternehmen können sich nach dem ISO 50001-Standard für Energiemanagement-Systeme zertifizieren lassen oder alternativ nach der ISO 14001-Zertifizierung für Umweltmanagement-Systemen. Beide Systeme fördern ein ganzheitliches, langfristig wirkungsvolles Energie bzw. Umweltmanagement.
Das softwaregestützte Energiedatenmanagement: Die Basis für EMS
Das Energiedatenmanagement (EDM) ist ein wichtiger operativer Teilbereich des Energiemanagement-Systems. Das EDM kann manuell erfolgen (z.B. per Excel und Ablesebögen) oder softwaregestützt. Softwaregestütztes Energiedatenmanagement automatisiert Prozesse und ist somit effizienter, es erleichtert die Umsetzung eines EMS erheblich. Mit ihm werden die messtechnisch erhobenen Daten, etwa für Strom, Gas, Wärme oder Druckluft, konsolidiert, automatisch analysiert und ausgewertet.
Manuell oder softwaregestützt – was lohnt sich für KMU?
Die Umsetzung eines EDM mithilfe einer Software ist insbesondere empfehlenswert für Unternehmen mit heterogener Anlagentechnik, komplexen Energieströmen oder dem Wunsch nach Digitalisierung. Die Software automatisiert Prozesse, reduziert Fehlerquellen und liefert Echtzeitdaten für ein präzises Energiecontrolling.
Beispielhafte Anwendungsfälle für weiterführende KI-gestützte Anwendungen
Moderne Energiemanagement-Software bietet heute mehr als nur Datenerfassung. Durch künstliche Intelligenz (KI) können Energieflüsse automatisiert optimiert werden – etwa durch:
- Lastspitzenvermeidung, Lastverschiebung und automatisierten Lastmanagement: z. B. die Steuerung energieintensiver Prozesse in Abhängigkeit von dynamischen Stromtarifen,
- optimale Speicherbeladung und Speichernutzung,
- Reaktion auf dynamische Stromtarife und variable Netzentgelte wie z. B. das Laden von Stromspeichern mit Hilfe von dynamischen Stromtarifen zu Zeiten niedriger Kosten und
- maximale Nutzung selbst erzeugter Erneuerbarer Energie.
Auswahl der passenden EMS-Software: Worauf KMU achten sollten
Eine Energiemanagement-Software ist in die Gesamtheit der betrieblichen Abläufe des Unternehmens eingebunden. Die Software muss deshalb individuell gestaltet werden, abhängig von den jeweiligen Rahmenbedingungen des einzelnen Betriebs. Energiemanagement-Softwares unterscheiden sich in der Ausstattung und Funktion. Bei der Beschaffung der Energiemanagement-Software kann die Software daher firmenindividuell ausgewählt werden.
KEDi EMS-Finder
Das kostenlose Tool KEDi EMS-Finder unterstützt Sie bei der Auswahl einer geeigneten und förderfähigen Energiemanagement-Software.
In nur sechs Schritten gelangen Sie zu einer Lösung, die zu den Anforderungen Ihres Unternehmens passt.
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Weitere Informationen zu Auswahl und Einführung geeigneter Softwarelösungen finden Sie auf unserer Themenseite Auswahl einer Energiemanagementsoftware.
Rechtlicher Rahmen und Förderung
Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz
Die Energiemanagement-Software wird wie andere Technologien für Energiemanagement-Systeme (MSR, Sensorik) mit der „Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz“ (EEW) gefördert.
Unternehmen können für Investitionen Zuschüsse von bis zu 45 Prozent in Anspruch nehmen. Förderfähig sind neben Softwarelizenz und Erwerb, Installation und Inbetriebnahme der Mess-, Steuer- und Regeltechnik, auch die Schulung der Mitarbeitenden im Umgang mit der Software.
Energieeffizienzgesetz
Ende 2023 trat das Energieeffizienzgesetz in Kraft, das die Regelung der europäischen Energieeffizienzrichtlinie zur Einführung von Energiemanagement-Systemen umsetzt. Dadurch kommen auf mehr Unternehmen als bisher neue Anforderungen hinzu.
Im Dossier möchten wir aufzeigen, welche Pflichten sich aus dem Energieeffizienzgesetz für Unternehmen hinsichtlich Energiemanagement-Systemen ergeben und welche Unterstützung es für die Einführung eines Energiemanagement-Systems gibt.
Was in der Theorie oft abstrakt bleibt, machen unsere Showcases greifbar
Beispiele wie dieses zeigen, wie verschiedene Branchen Energiedaten gewinnbringend nutzen – und bieten Orientierung für Unternehmen, die selbst aktiv werden wollen.
Flohreus GmbH
Die Flohreus GmbH stellt aufblasbare Dichtungen aus Elastomeren her. Mit einer ehrgeizigen Strategie aus dem Einsatz regenerativer Energie und intelligentem Energiemanagement kommt das Unternehmen auf 86% Netzunabhängigkeit.
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PCW GmbH
Seit über zwei Jahrzehnten setzt die PCW GmbH ein umfassendes EMS ein, das nicht nur die Energiekosten erheblich senken konnte, sondern auch einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leistet. Auch ein Energiedatenmanagement ist seit über 10 Jahren im Einsatz.
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SEALABLE Solutions GmbH
Die SEALABLE Solutions GmbH gibt einen Einblick in ihr neues Beleuchtungskonzept mittels Energiedatenmanagement. Welches Potenzial an Energieeinsparung damit möglich ist, sehen Sie hier:
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